Hilfe für die Einsatzkräfte

Sifu Haiko Hämmerle Nachdem Vertreter des Vereins für Kampfkunst und Gesundheitssport Erftal beim letzten Dienstabend des Deutschen Roten Kreuzes Hardheim über die Möglichkeiten und Techniken einer Selbstverteidigung für Einsatzkräfte berichtet hatten, folgten am Samstag praktische Einweisungen in dieses Thema. Zuvor hatte beim Dienstabend des DRK Hardheim Peter Böhrer mit Unterstützung durch Heiko Hämmerle und Stephan Stromer die Entwicklung des in 1994 in Erfeld gegründeten, mittlerweile rund 50 Aktive umfassenden Vereins, der inzwischen auch in Bretzingen und Hardheim Übungsräume nutzen kann, erläutert. Der Verein gehört dem Badischen Sportbund an und hat sich mit einer 25-jährigen Erfahrung im Gesundheits- und Präventionsport ein Alleinstellungsmerkmal unter der Bezeichnung „PRO-Wing-Tsun-AKTIV“ ein eigenständiges, hocheffektives Nahkampfsystem geschaffen und damit einen hervorragenden Ruf im Landkreis gewonnen. Selbstverteidigung Nachdem dabei auch die Problematik einer Selbstverteidigung für Einsatzkräfte ausgiebig und in verschiedenen Szenarien erörtert wurde, gab di praktische Unterweisung in den Trainingsräumen des VKG Gelegenheit, sich als Einsatzkraft entsprechend zu verhalten. „Es gibt kein Allheilmittel gegen einen Angriff“, verdeutlichte Peter Böhrer die Situation. Immer häufiger würden Einsatzkräfte des DRK, der Feuerwehren und der Polizei im Dienst ohne einen zunächst ersichtlichen Grund und oft spontan angegriffen werden. Das sei zwar ein schlechtes Bild für die Gesellschaft, aber leider nicht mehr auszuklammern. Deshalb müssten sich die Einsatzkräfte entsprechend vorsehen. Übermäßiger Alkoholgenuss schaffe oftmals unklare und schwer einzuschätzende Situationen und auch der Besitz von Waffen spiele bei körperlichen Auseinandersetzungen eine immer größere Rolle. Während Einsatzkräfte von DRK und Feuerwehr sich in erster Linie um die Rettung und Versorgung von Betroffenen kümmern müssten, hätten sie vielmals kein Augenmerk auf die Szenenarien „hinter ihrem Rücken“. Darum sei es wichtig, dass bei Einsätzen im Verband, ein Helfer immer ein Auge auf die Szene hinter seinen Kameraden richte. „Eine Abwehrstrategie kann man in solchen Einsätzen nicht planen“, deshalb sei es wichtig, dem Geschehensablauf und der jeweiligen Situation eine große Aufmerksamkeit zu widmen. „Weil der Angreifer einen Plan hat“, so Peter Böhrer, „muss die Einsatzkraft die Situation schnell erkennen, einschätzen und bewältigen.“ Wichtig sei dabei, bereits im Vorfeld klare Signale zu setzen und auch eine „rote Linie“ zu ziehen. Sanitäter schon verletzt worden Im praktischen Teil in den Trainingsräumen des VKG im Postareal fanden verschiedene Übungen statt, die zu einer De-eskalierung führen können. Insbesondere, so die Ausbilder Hämmerle und Böhrer, sei es wichtig, mit einer entsprechenden „Körpersprache“ den Angreifern zu verdeutlichen, dass er auf ein „vorbereitetes Personal“ treffe. Die Übungen beinhalteten eindeutige Abwehrmaßnahmen, wobei nach dem Selbstverständnis der VKG-Mitglieder grundsätzlich nicht das „Vernichten“ des Gegners im Vordergrund stehe, sondern eine reine Abwehrmaßnahme, die auch mit den gesetzlichen Strafrechtsvorschriften im Einklang stehe. Bereitschaftsleiterin Vera Stolzenberger bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei den Ausbildern der VKG Erftal. Besonders die praktischen Übungen seien sehr nützlich gewesen, betonte sie, denn mittlerweile seien auch ehrenamtlich tätige Sanitäter des Ortsvereins Hardheim bei Einsätzen verletzt worden. hs © Fränkische Nachrichten, Dienstag, 23.10.2018

Datum: 31.10.2018 | Von: Webmaster | Kategorie: News VKG-Erftal | Artikel Abrufe: 62



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